Okt 042017
 

Eine Drogenkarriere auf 150 Metern Länge

WEISSENBURG (mau) – Der „Revolution Train“ kommt in den Landkreis.

Auf 150 Metern wird in sechs Waggons die Chronologie einer Suchtkarriere dargestellt.

Und die Schüler, die ihn besuchen lernen dort nichts über Wutbürgertum, sondern über Drogen und wie diese Leben zerstören.

Dieses Suchtpräventionsprojekt richtet sich dabei insbesondere an Schüler der 8. und 9. Klassen der weiterführenden Schulen in Westmittelfranken. Am Montag, 9. Oktober startet die Aktion in Weißenbürg am Bahnhof. Tags darauf stoppt der Zug am Bahnhof Gunzenhausen. Bis zum 18. Oktober folgen Dinkelsbuhl, Ansbach (drei Tage), Rothenburg und Neustadt/Aisch (zwei Tage). Mit einer Ausnahme sind die Züge dabei nur für die vorgebuchten Schulklassen zugänglich: Am Samstag, 14. Oktober, ist der „Revolution Train“ aber im Ansbacher Bahnhof von 9.00 bis 17.00 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich (kostenlose Führungen im 20-Minuten-Takt). Jeden Tag sollen 500 Jugendliche auf die Gefahren des Drogenkonsums aufmerksam machen. Insgesamt 3000 Schüler sollen erreicht werden. Die einzelnen Elemente sind dabei interaktiv und multimedial aufbereitet. Beamte der Kriminalpolizei Ansbach begleiten als Moderatoren die Schüler bei den einzelnen Themenstationen und regen zu einer Auseinandersetzung mit der Problematik an. Im Anschluss an die Besichtigung des Zuges können die Schüler einen anonymisierten Fragebogen ausfüllen. Dessen Auswertung stellt die Grundlage für eine spätere Nachbearbeitung durch die Präventionsbeamten der Kriminalpolizei dar. Damit soll sich das Projekt nachhaltig in den Köpfen der Schüler festsetzen. Für Kriminaloberrat Hermann Lennert von der Kripo Ansbach ist Suchtprävention  „ein sehr wichtiges Thema, das im Alltag leider oft von aktuellen Themen überlagert wird“. Deshalb hat sein Haus das Projekt des „Revolution Train“ mit angeschoben, um es in Westmittelfranken im wahrsten Sinn des Wortes aufs Gleis setzen zu können. Der Eisenbahnzug aus Tschechien steUt aus der Sicht der beteligten Kooperationspartner eine sehr ungewohnliche aber auch sehr anschauliche Möglichkeit dar, um Kindern und Jugendlichen die Augen darüber zu öffnen, wie man schleichend in eine Drogenkarriere hineinschlittern kann. Die drastischen Folgen des Konsums verschiedener Drogen und tragische Einzelschicksale, die sich daraus ergeben können, werden dargestellt. Bei einer Pressekonferenz in Ansbach wurde das grenzüberschreitende Suchtpräventionsprojekt, das seine Ursprünge in Tschechien hat, nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach anfänglicher Skepsis ist auch der Weißenburger Landrat Gerhard Wägemann mittlerweile überzeugt, „dass die im Drogenpräventionszug Revolution Train nachgestellten Szenen sehr authentisch bzw. realitätsnah wirken und bei den Kindern und Jugendlichen dadurch eine nachhaltigere Wirkung erzielen als reine schriftliche Informationen zum Thema Drogenprävention. Auch der Verein Präventionswegweiser, der sich im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausenin den Bereichen Sucht- und Gewaltprävention engagiert, habe das Vorhaben positiv bewertet, schilderte der Landrat. Vorsitzende Edith Veitengruber-Durst hat sich sehr dafür stark gemacht, dass der Zug auch nach Weißenburg-Gunzenhausen kommt. Außerdem hätten die Schulleitungen der weiterführenden Schulen reges Interesse gezeigt. Und es sei auch erfreulich, dass sich mit dem LionsClub Gunzenhausen, dem Präventionswegweiser und der Kreisverkehrswacht Weißenburg auch lokale Sponsoren für das Projekt gefunden haben, freute sich Wägemann. Den Großteil der Kosten für die beiden Standorte in Weißenburg und Gunzenhausen trägt aber die Barmer-Gesundheitskasse.

 

(Quelle Weißenburger Tagblatt am 20.09.17)

 

 

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